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DÆTA  
forum(at)daeta.caohom.com
Ort:
Deta
Sonntag, 18. Februar 2018 01:24  Kommentar schreiben E-mail schreiben

Das Projekt ›DÆTA‹ taucht in die Welt der Sammelleidenschaft ein, erforscht die unterschiedlichsten Sammelmotive und –motivationen, vereint diese zu einem soziokulturell–künstlerischen Projekt und setzt gemeinsam mit den AkteurInnen vor Ort neue Impulse für eine zeitgenössische Wissensvermittlung und einen lebendigen Austausch.

Initiiert von der Künstlergruppe ›biro:u‹ nimmt ›DÆTA‹ Kontakt zu Menschen in der Region auf, die eine besondere Leidenschaft für das Sammeln besitzen. Dem Spektrum und dem Facettenreichtum der einzelnen Sammlungen sind bewusst keine Grenzen gesetzt. Von der klassischen Briefmarkensammlung über Familienalben oder aus der Mode gekommenen Gebrauchsgegenständen bis hin zu Verpackungen oder rostigem Eisen. Aber auch Sammlungen, die sich nicht an Objekten festmachen, sind für das Projekt von großem Interesse: gesammeltes Spezialwissen über regionale Geschichten oder historische Ereignisse, Kenntnisse über besondere Szenen oder Milieus sowie eine Sammlung besonderer Eigenschaften oder Fähigkeiten.

Die Banater Region als reiche multi–ethnisch geprägte Kulturgegend birgt dieses Potenzial in ganz besonderer Weise. Dieser fruchtbare Nährboden ist vor dem Hintergrund einer globalisierten Welt zu reflektieren und zu bewahren. Das Wissen und die Wertschätzung der kulturellen Besonderheiten des Banat sind in den Familienstrukturen tief verankert und werden vor Ort und von den Exilfamilien so weit wie möglich gepflegt und bewahrt.

Wie eine Momentaufnahme/ein Standbild soll das Projekt ›DÆTA‹ die unterschiedlichen vor Ort lebendigen Kompetenzen reflektieren und aktivieren, sie vernetzen und den Wert von Sammlungen beleuchten.

Welche Rolle spielen Fertigkeiten und Kenntnisse in der gegenwärtigen Gesellschaft? Inwiefern beeinflusst die (Noch–)Anwesenheit von traditionell aufgebautem Wissen innerhalb einer modernen und diversen Gesellschaftsstruktur das Selbstverständnis der einzelnen Individuen? Welche ideellen Unterschiede gibt es zwischen physischen und digitalen Sammlungen? Wir verändert sich die Rolle des persönlichen Kuratierens, wenn automatisch und ungefiltert online gespeichert wird? Wo liegt die Grenze zwischen speichern und sammeln?

Immer in Abgrenzung und im Zusammenspiel mit den größeren Gesellschaftsstrukturen, sind die Abwägung und Wertschätzung solcher Sammlungen permanent abrufbar und werden wie auf einem Markt gehandelt. Es sind eigene Regionen, Enklaven des Wissens und der Sammlungen, Landschaften fast vollkommen verlorengegangener Werte. Tauschgeschäfte und Wissenstausch nehmen einen großen Stellenwert in der Region ein und funktionieren als eigene Währung.

Am konkreten Untersuchungsraum können die dort sicht– und wahrnehmbaren Folgen des gesellschaftlichen Wandels mittels kultureller und künstlerischer Denkansätzen erforscht und Überlegungen darüber aufgestellt werden, wie diesen mit einer gezielten Theater– und Kulturarbeit begegnet werden kann.
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